Ein Yogastudio eröffnen – der Starter-Guide

Du möchtest ein Yogastudio eröffnen oder bist generell auf der Suche nach Tipps für Yogalehrer:innen? Dann ist dieser Starter-Guide für Yogis genau das Richtige!

Dienstag,   |   Geschätzte Lesedauer: 11 Minuten

Du möchtest ein Yogastudio eröffnen oder bist generell auf der Suche nach Tipps für Yogalehrer:innen? Dann ist dieser Starter-Guide für Yogis genau das Richtige!

Nach dem Abschluss einer Yogalehrerausbildung glauben viele, schon alles zu wissen und zu können, was die Eröffnung und der Betrieb eines Yogastudios betrifft. Das ist aber in den meisten Fällen nicht der Fall. Sogar die beste Yogalehrerin der Welt kann ohne grundlegende betriebswirtschaftlichen Kenntnisse kein erfolgreiches Studio betreiben. 

Unser Starter-Guide unterstützt leidenschaftliche Yogalehrende, ihr eigenes Yogastudio zu eröffnen und erfolgreich zu betreiben. Wir stellen wichtige Konzepte vor, geben Tipps bezüglich Marketing und Finanzierung, und versuchen das Ganze möglichst unkompliziert zu halten. Viel Spaß beim Lesen! 

1. Erstelle einen Businessplan

Die Erstellung eines Businessplans gehört zu den ersten Schritten, wenn man ein Yogastudio eröffnen möchte. Der Businessplan für dein Yogastudio hilft dir, deine Selbstständigkeit richtig zu planen und dabei Möglichkeiten und Risiken rechtzeitig zu erkennen. Zudem kann er behilflich sein, falls du Partner oder Investoren für die Finanzierung und Umsetzung deiner Idee benötigst. Deshalb ist es wichtig, dass der Businessplan klar aufbereitet, gut strukturiert und verständlich geschrieben ist.

Jeder Businessplan sollte aus mindestens fünf Hauptteilen bestehen, nämlich: 

1.1 Executive summary – kurze Zusammenfassung

Diesen Teil schreibt man, nachdem alle anderen Teile fertiggestellt sind. Die Zusammenfassung dient als Einleitung und beschreibt in wenigen Worten deine Geschäftsidee und die wichtigsten Erkenntnisse der verschiedenen Abschnitte. 

1.2 Vorstellung des Teams

In diesem Abschnitt liegt der Fokus auf dir und deinem Team. Stelle dein Team vor und beschreibe eure Motivation und Qualifikationen. Dieser Teil sollte davon überzeugen, dass das Team in der Lage ist, die Idee zu verwirklichen. 

1.3 Präsentation des Projekts

Hier solltest du schreiben, warum du ein Yogastudio eröffnen möchtest und was dich von den anderen Studios in der Umgebung unterscheidet. Überlege dir gut, welche Produkte und Dienstleistungen du anbieten möchtest, und welche Ziele du für die nächsten Jahre verfolgst.

1.4 Marketing

In diesem Teil ist es wichtig, den Yogamarkt in deiner Umgebung zu recherchieren, um deine Konkurrenz und potenziellen Kunden zu kennen. Anhand dieser Informationen kannst du eine Marketing-Strategie erstellen. 

1.5 Finanzplanung

Hier geht es darum, die Gründungs- und Betriebskosten für dein Yogastudio zu schätzen, mögliche Finanzierungsquellen zu beschreiben und deine Gewinne bzw. Verluste in den ersten Jahren zu prognostizieren. 

Viele dieser Themen decken wir in diesem Guide ab, also lies weiter, um mehr darüber zu lernen. 

2. Führe eine Marktanalyse durch

In der Marktanalyse für dein Yogastudio recherchierst du das Yoga-Angebot in deiner Umgebung, um mehr über deine Wettbewerber zu lernen. Du solltest die folgenden Fragen beantworten:

  1. – Wie viele Yogastudios gibt es in meiner Umgebung?
  2. – Welche Yogarichtungen werden unterrichtet?
  3. – An welchen Wochentagen findet Unterricht statt?
  4. – Zu welchen Tageszeiten findet Unterricht statt?
  5. – Zu welchen Preisen kann man an den Kursen teilnehmen?
  6. – Gibt es Angebote für besondere Zielgruppen?

Durch die Marktanalyse kannst du herausfinden, was die Konkurrenz bereits anbietet, und dir Gedanken darüber machen, wie du dein Studio von den anderen unterscheidest. Es stellt sich oft heraus, dass du deine ursprüngliche Idee anpassen musst, um deine Erfolgschancen zu verbessern. 

Freundlicher Austausch zwischen Yogis

3. Wähle einen Standort

Nach der Verfassung des Businessplans und die Durchführung der Marktanalyse, solltest du bereits eine gute Vorstellung davon haben, welchen Standort für dein Yogastudio optimal wäre. Einerseits ist die Anzahl potenzieller Kunden in der Umgebung zu beachten, damit du eine hohe Kursauslastung erreichen kannst. Andererseits ist es wichtig, einen Standort zu wählen, wo es nicht bereits mehrere etablierten Wettbewerber gibt. Wenn du etwas Neues und Einzigartiges anbietest, kann es sich lohnen, trotz hoher Konkurrenz eine attraktive Lage zu wählen. 

Wenn du die Lage ungefähr definiert hast, kannst du auf Ebay Kleinanzeigen oder Immobilienscout24 nach passenden Angeboten für Studios zur Miete oder zum Kauf suchen. Andere Optionen sind zum Beispiel, mit Bekannten aus dem Yoga-Bereich in Kontakt zu treten oder einen Immobilienmakler zu beauftragen. 

4. Richte dein Yogastudio ein

Ist der Standort festgelegt, kannst du dich um die Einrichtung deines Yogastudios kümmern. Wenn du die Räumlichkeiten mietest, bist du stark vom Vermieter abhängig und hast wahrscheinlich nicht viel Spielraum, das Studio nach deinen Vorlieben umzugestalten. Falls du dir den Kauf eines Studios leisten kannst, hast du viel mehr Freiheit, die Räume nach deinen Wünschen einzurichten. 

Für manche Yogalehrende ist der Holzboden ein Muss, andere wünschen sich große Fenster, die viel Tageslicht hereinlassen. Bezüglich Pflanzen und Deko variieren die Präferenzen sogar stärker. Achte bei der Einrichtung darauf, dass sie zu deinem Yogastil und deiner Persönlichkeit passt. Das Wichtigste ist, dass du dich in deinem Yogastudio wohlfühlst. 

5. Berechne die Kosten

Häufig ist es für Yogalehrer:innen, die ein Yogastudio eröffnen, schwer abzuschätzen, wie viel Geld sie dafür benötigen. Obwohl Yogalehrende oft unterschiedliche Ausgangssituationen haben, sind grundlegende Anschaffungen wie Yoga-Equipment, Möbel, Deko und technisches Equipment vergleichbar. Zu den Kosten für materielle Gegenstände kommen die Ausgaben für deine Ausbildung, Gewerbeanmeldung, Logo und Website, Versicherungen, Steuerberater und Ähnliche. Zu den größten Kostenstellen gehören die Miete bzw. Kaufkosten für das Studio und die Gehälter für dich und deine Mitarbeiter:innen. 

In diesem beispielhaften Anfangsbudget sind typische Ausgaben für das erste Jahr beschrieben, um einen realistischen Eindruck zu vermitteln, wie die Kosten für ein Yogastudio aussehen können. 

Kosten für die Eröffnung eines Yogastudios

6. Sichere die Finanzierung

Ein Yogastudio zu eröffnen, ist eine finanzielle Herausforderung. Da du nicht in der Lage sein wirst, sofort nach der Eröffnung große Umsätze zu erzielen, solltest du dir auf jeden Fall Gedanken darüber machen, wie du die Finanzierung deines Yogastudios zumindest für das erste Jahr sicherstellen kannst. Mögliche Finanzierungsquellen wären beispielsweise: 

  1. – Persönliche Ersparnisse und Rücklagen
  2. – Mittel von Familienmitgliedern oder Freunden
  3. – Bankdarlehen
  4. – „Geschäftspartner“ oder Mitbegründer
  5. – Eine Kombination aus den oben genannten

Die oben genannten Finanzierungsmöglichkeiten kommen mit bestimmten Vor- und Nachteilen. Daher macht es Sinn, sich aus mehreren Quellen Mittel zu besorgen und nie dein gesamtes Geld zu investieren, da dein Erfolg nicht garantiert ist. 

7. Finde deine Zielgruppe

Die richtige Zielgruppe zu finden, ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Eröffnung von einem Yogastudio. Warum? Dein Erfolg hängt davon ab, ob du die passende Zielgruppe identifizieren und die Menschen von dir und deinem Angebot überzeugen kannst.

Unter einer Zielgruppe versteht man Personen mit ähnlichen Merkmalen, die sich für dein Angebot interessieren und letztendlich dein Produkt oder deine Dienstleistung kaufen würden. Eine Person aus der Zielgruppe für dein Yogastudio könnte beispielsweise folgende Merkmale haben:

  1. – 30-jährige Frau, die in Köln wohnt
  2. – Sie arbeitet im Büro und verdient mehr als 48 000 € im Jahr
  3. – Sie möchte Yoga üben, um Stress abzubauen und neue Freund:innen zu finden
  4. – Für sie ist die Qualität des Yogakurses ausschlaggebend

Eine klar definierte Zielgruppe hilft dir, die Effektivität deiner Marketingaktivitäten zu steigern, indem du die richtigen Menschen ansprichst. Zudem ist es wichtig, bei der Kursplanung deine idealen Kunden vor Augen zu haben, um dein Angebot an ihre Bedürfnisse anpassen zu können.

Yogastudio Zielgruppe

8. Gestalte dein Yoga-Portfolio

In Marketingkreisen spricht man vom Produkt- oder Serviceportfolio eines Unternehmens. Hierunter versteht sich eine Sammlung von Dienstleistungen, Produkten, Marken oder Projekten, die ein Unternehmen anbietet. 

Wenn du ein Yogastudio eröffnen und erfolgreich betreiben möchtest, solltest du ein Yoga-Portfolio gestalten, das auf die Bedürfnisse deiner Zielgruppe ausgerichtet ist. Denke daran, welche Produkte und Dienstleistungen, und in welcher Form du deinen Kunden anbieten möchtest. Dein Angebot sollte dich auch genügend von dem Wettbewerb unterscheiden. Entscheide dich also für Kurse in bestimmten Yogarichtungen oder an besonderen Orten, für Produkte, die du vor Ort verkaufen möchtest, oder speziellen Veranstaltungen wie Yogareisen.

9. Lege die Kurszeiten fest

Die passenden Kurszeiten für deine Yogakurse zu finden, ist für den Erfolg deines Yogastudios ebenfalls ausschlaggebend. Stell dir vor, du hast dein Studio schön eingerichtet, deine Yogastunde perfekt geplant und am Ende erscheinen nur 3 Personen zum Unterricht, weil die meisten Personen aus deiner Zielgruppe zu dieser Zeit noch im Büro sind. 

Um dieses Szenario zu vermeiden, überlege dir gut, welchen Tageszeiten für deine idealen Teilnehmer am besten passen. Wir können dir verraten, dass unter der Woche meistens abends gebucht wird, während am Wochenende die Kurse morgens beliebter sind. 

Kursauslastungen in Yogastudios

10. Bestimme deine Preise

Mit der Eröffnung eines Yogastudios verfolgt man gleichzeitig mehrere Ziele. An erster Stelle steht fast immer die Mission, mehr Menschen für Yoga zu begeistern und ihr Körper und Geist zu stärken. Damit du das langfristig machen kannst, muss du ausreichend Umsatz generieren, damit du deine Kosten decken kannst. 

Für einen nachhaltigen Studiobetrieb ist es also wichtig, dass die Preise für deine Yogakurse in einem gesunden Verhältnis zum Unterrichtsaufwand stehen. Um dein Angebot zu bepreisen, kannst du drei verschiedenen Ansätzen nutzen. 

10.1 Kostenbasierte Preisfindung

Versuche möglichst präzise alle Kosten für die Eröffnung und den Betrieb deines Yogastudios zu berechnen. Die beinhalten natürlich die Anfangsinvestitionen, die Miete und die Nebenkosten, aber auch die Ausgaben für Marketing und Dekoration. Die Preise sollten also hoch genug gesetzt sein, um dir ein Gehalt auszahlen und Rücklagen aufbauen zu können. 

10.2 Wertorientierte Preisfindung

Bei diesem Ansatz orientieren sich deine Preise an der Qualität deiner Yogakurse und die Zahlungsbereitschaft deiner Kunden. Sie sind in der Regel mehr als einverstanden damit, einen fairen Preis für deinen Unterricht zu zahlen. Bleibe allerdings realistisch und beachte die finanzielle Lage der Menschen in deiner Zielgruppe. 

10.3 Wettbewerbsorientierte Preisfindung

Nach der Durchführung der Marktanalyse, wirst du ein klares Bild davon haben, wie deine Konkurrenz ihr Yoga-Angebot bepreist hat. Mithilfe dieser Informationen kannst du eine Entscheidung über deine Positionierung auf dem Markt treffen. Möchtest du eher ein Boutique-Yogastudio betreiben oder eher die breite Mitte anlocken? Beantworte diese Frage für dich und lege deine Preise entsprechend fest. 

Unser Tipp für dich ist alle dieser Ansätze zu kombinieren und gleichzeitig deine Kosten, deine Zielgruppe und die Marktsituation bei der Preisfindung zu berücksichtigen. 

11. Betreibe Marketing

Ein weiteres unangenehmes Szenario wäre alle obengenannten Schritten richtig durchzugehen, ohne genug Ressourcen darin zu investieren, dein Yogastudio zu bewerben. Um deine Markenbekanntheit zu erhöhen und Kunden für deine Yogakurse zu gewinnen, solltest du dich intensiv mit dem Thema Yoga Marketing auseinandersetzen. 

Die Grundlagen von effektivem Marketing sind die Definition deiner Zielgruppe, die Gestaltung deines Yoga-Portfolios und die Preisbestimmung. Erst danach solltest du dich auf offline und online Marketingaktivitäten widmen. 

11.1 Offline-Marketing

Zu dieser Gruppe gehört zum Beispiel der Besuch von Messen oder der Unterricht in anderen Einrichtungen, wo du dich mit Yogis austauschen kannst. Die Verteilung von Flyer an bestimmten Orten, die von deinen potenziellen Kunden häufig besucht sind, ist eine weitere Möglichkeit. Zu guter Letzt kannst du spezielle Events auf öffentlichen Plätzen oder in Parks veranstalten, wo du Interessenten direkt ansprechen und viel Aufmerksamkeit genießen kannst. 

11.2 Online-Marketing

Die Vielfalt an online Marketingaktivitäten ist riesig. Ein guter Start wäre einen Business-Eintrag bei Google zu hinterlegen und eine Website zu erstellen, damit man dich online überhaupt finden kann. Als Nächstes solltest du aussagekräftige Profile in den sozialen Medien erstellen und regelmäßig posten. Mithilfe von E-Mail Marketing kannst du auch Beziehungen zu deinen Kunden aufbauen und pflegen. 

Soziale Medien sind essenziell für Yoga Marketing

12. Steigere die Kundenzufriedenheit

Während die Kundengewinnung für das Wachstum deines Yogastudios enorm wichtig ist, solltest du möglichst viel tun, um die Kundenzufriedenheit zu steigern und deine Teilnehmer langfristig an dich zu binden. Der beste Weg, die Kundenzufriedenheit positiv zu beeinflussen, ist dich auf die Qualität deiner Yogakurse zu fokussieren und ein einzigartiges Erlebnis anzubieten. 

Diesbezüglich hat die Digitalisierung der Abläufe rund um dein Yogastudio viele Vorteile. Die digitale Studioverwaltung erspart dir viel Zeit, die du deinem Studio und deinen Yogis widmen kannst. Darüber hinaus sind Online-Buchungen und -Zahlungen für die meisten Kunden bereits eine Selbstverständlichkeit. 

13. Nutze eine Software für dein Yogastudio

Die passende Yogastudio-Software zu finden, ist keine einfache Aufgabe. Für Anfänger, die gerade ihr Yogastudio eröffnen und möglichst sparsam sein möchten, hat FitogramPro ein großartiges Angebot. Die Grundfunktionen der Software wie Online-Buchung und Zahlung, Kursplanung und Kundenverwaltung sind kostenlos. FitogramPro übernimmt deine alltäglichen Aufgaben und hilft dir, den Überblick über Kunden, Kurse und Zahlungen zu behalten. So hast du mehr Zeit, Yoga zu unterrichten und dein Studio auszubauen. 

Yogastudio Software FitogramPro

Zusammenfassung

Der Abschluss einer Yogalehrer-Ausbildung ist nur der Anfang. Ein eigenes Yogastudio zu eröffnen und erfolgreich zu betreiben, setzt viel Lernbereitschaft und Durchhaltevermögen voraus. Wir hoffen, dass die Tipps in diesem Starter-Guide dir dabei helfen, deinen Traum zu verwirklichen und mehr Menschen für Yoga zu begeistern. 

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