Yoga-Portfolio gestalten – was ist zu beachten?

Was ist ein Yoga-Portfolio und was sollte man bei dessen Gestaltung beachten, um Kundengewinnung und -bindung zu ermöglichen?

Donnerstag,   |   Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Jeder, der auf irgendeine Weise Kunden und Teilnehmer gewinnen möchte, muss sich darüber im Klaren sein, was das Besondere an der eigenen Dienstleistung ist. Es ist die Grundvoraussetzung dafür, möglichen Kunden ein klares Bild des eigenen Angebots vermitteln zu können. Für Yogalehrende bedeutet dies, dass sie wissen sollten, wie ihr Yoga-Portfolio aussieht. Danach richten sich alle Vertrieb- und Marketing-Maßnahmen. 

In diesem Beitrag erklären wir dir, was ein Yoga-Portfolio ist und was man bei dessen Gestaltung beachten sollte, um Kundengewinnung und -bindung zu ermöglichen.

Was ist ein Yoga-Portfolio? 

In Marketingkreisen spricht man vom Produkt- oder Serviceportfolio eines Unternehmens. Hierunter versteht sich eine Sammlung von Dienstleistungen, Produkten, Marken oder Projekten, die ein Unternehmen anbietet.

Als Yogalehrer:in in haupt- oder nebenberuflicher Selbstständigkeit ist es wichtig, das eigene Service- und/oder Produktportfolio zu kennen, zu analysieren und zu optimieren, um erfolgreich am Markt aufgestellt zu sein.

Das klingt für dich alles zu sehr nach „Business“? Wir glauben, dass sich beides miteinander in deinem Yoga-Portfolio kombinieren lässt: ein wirtschaftlich sinnvolles Angebot – und authentischer Yoga.

Die Gestaltung von einem Yoga-Portfolio

Bei der Gestaltung deines Yoga-Portfolios solltest du dir Gedanken darüber machen, welche Produkte und Dienstleistungen du deinen Kunden anbieten möchtest. Dabei sind die Bedürfnisse der Zielgruppe deines Yogastudios zu beachten, inklusive Details wie bevorzugte Kurszeiten und Kursformen.

Ein Yoga-Portfolio kann beispielsweise Folgendes beinhalten:

  1. – Yogakurse für bestimmte Zielgruppen (z.B. Kinder, Schwangere, Senioren)
  2. – Yogakurse an besonderen Orten (z.B. im Park, am Meer)
  3. – Verschiedene Yogarichtungen (z.B. lyengar, Sivanada, Ashtanga, Vinyasa, Satyananda, Vini, Luna)
  4. – Yogatechniken (z.B. Nada Yoga, Chakren)
  5. – Meditationskurse (z.B. Bewegungsmeditation, Achtsamkeitsmeditation)
  6. – Yoga CDs (z.B. Meditation, Entspannung)
  7. – Yogabücher (z.B. Vertrieb und eigene Autorentätigkeit)
  8. – Vertrieb von Yogaausstattung (z.B. Matten, Klötze, Meditationskissen, Nasenspülkännchen)
  9. – Wochenendkurse (z.B. Schweigeseminare, Fortbildungen für andere Yogalehrende)
  10. – Yogareisen (Gruppenreisen, z.B. mit Yoga-Reiseveranstaltern)

Die beste Zeit für Yogakurse

Bei der Erstellung deines Kursplans solltest du dich nach den Bedürfnissen deiner Teilnehmer richten – nicht andersherum. Jeder Teilnehmer und Kunde hat individuelle Wünsche und bevorzugt bestimmte Zeiten. Beispielsweise sind Kinderkurse mit hoher Wahrscheinlichkeit zu anderen Zeiten erfolgreich als Kurse für Berufstätige. Nichtsdestotrotz gibt es allgemeine Tendenzen in Bezug auf die Beliebtheit von Kurszeiten.

Laut unseren Analysen sind 9 Uhr morgens und insbesondere 18 Uhr abends innerhalb der Woche die beliebtesten Zeiten für Yogakurse. Am Wochenende ist die Auslastung geringer, dafür sind hier die Kurse um die Mittagszeit und nachmittags besser besucht. Wenn du diese Tendenzen bei deiner Kursplanung berücksichtigst, kannst du eine noch bessere Auslastung deiner Kurse erreichen.

Auslastungen in Yogastudios

Die Vorteile von verschiedenen Kursformen

Yogakurse kann es grundsätzlich in einigen unterschiedlichen Kursformen geben, jede von ihnen mit ihren eigenen Vorteilen.

Einmalige Kurse

Einmalige Kurse sind z.B. Workshops oder Wochenendseminare. Hier hat man die Möglichkeit, sich einem Thema länger und intensiver zu widmen, um es zu vertiefen. Vorteile von einmaligen Kursen:

  1. – Einmalige Kurse zu bestimmten Themen machen deine Arbeit als Yogalehrer:in für dich selbst interessant.
  2. – Sie bieten dir die Möglichkeit, neue Themen mit Teilnehmern auszuprobieren und diese später ggf. in andere Kurse zu integrieren.
  3. – Deine Art Yoga zu unterrichten wird bekannter und du hast die Chance neue Teilnehmer, evtl. auch für andere Kurse, zu gewinnen.
  4. – Einmalige Kurse können an besonderen Orten oder Terminen durchgeführt werden, zum Beispiel „Yoga an Neujahr“ oder „Yoga am See“.

In sich abgeschlossene Kurse

In sich abgeschlossene Kurse haben eine bestimmte Dauer und Teilnehmer melden sich speziell für diesen Kurs an. Vorteile von in sich abgeschlossenen Kursen:

  1. – Planungssicherheit: Da sich Teilnehmer am Anfang anmelden und dann auch bezahlen, kannst du deinen Gewinn genau planen, egal wie viele Personen letztlich zum Kurs erscheinen werden.
  2. – Sie bieten dir die Möglichkeit zum Test neuer Kursthemen und wie diese von deinen Teilnehmern angenommen werden. Dazu sollten die Kurse nicht zu lang sein.
  3. – Deine Teilnehmer haben die Möglichkeit in Yoga erst einmal „reinzuschnuppern“, wenn man zum Beispiel Anfängerkurse veranstaltet.
  4. – In sich abgeschlossene Kurse können zu besonderen Zeiträumen durchgeführt werden, beispielsweise Yoga in den Sommerferien oder Yoga im Advent.

Unser Tipp: Manche Teilnehmer haben das Gefühl, dass bei einem Kurs mit 8 oder 10 Kurseinheiten nach dem Ende des Kurses ihre Yogapraxis zunächst für sie abgeschlossen ist und sie buchen den folgenden Kurs dann nicht mehr. Probiere mal aus, wie Teilnehmer auf eine Kurslänge von 7 oder 9 Einheiten reagieren. Vielleicht ist die Motivation danach weiterzumachen, höher.

Fortlaufende Kurse

Fortlaufende Kurse haben kein festes Start- und Enddatum, sodass ein Einstieg der Teilnehmer jederzeit möglich ist. Als Preismodelle kann man beispielsweise 10er-Karten oder eine monatliche Kursgebühr anbieten. Bei Letzterer kann zwischen der einmaligen und unbegrenzten Teilnahme pro Woche unterschieden werden. Gründe, um fortlaufende Kurse zu veranstalten:

  1. – Deine Teilnehmer können jederzeit einsteigen
  2. – Du bindest deine Kunden längerfristig
  3. – Du kannst an der Entwicklung der Teilnehmer intensiver teilhaben und komplexere Techniken lehren
  4. – Fortlaufende Kurse eignen sich bei eher generellen Kursinhalten, wie zum Beispiel Yoga Mittelstufe. Bei speziellen Themen, wie zum Beispiel Yoga in der Schwangerschaft, wird man schwerlich einen festen Teilnehmerkreis aufbauen können.

Es ist also wichtig zu überlegen, was für Kurse du in deinem Yogastudio anbieten möchtest. Welche Thematik möchtest du gerne an deine Kunden weitergeben und welche Kursformate eignen sich dafür? Anhand dieser Überlegungen kannst du dann dein Yoga-Portfolio optimal gestalten.

Kurse und Produkte auf dem Online-Buchungstool von FitogramPro

Beispiel aus der Praxis

Zum Beginn meines nebenberuflichen Unterrichtens hatte ich die Idee, „Yoga für Senioren“ anzubieten. Ich hatte mir gerade in meinem Hauptjob einen Tag freigeschaufelt und mir kam die Idee, den freien Vormittag mit einem Kursangebot zu füllen. „Wer kam vormittags dafür in Frage? Senioren oder Hausfrauen“, dachte ich mir. Ich entschied mich für Senioren. Voller Tatendrang arbeitete ich einige Yogastunden für Senioren aus. Es meldete sich auch direkt ein Teilnehmer, der eifrig bei der Sache war. Leider blieb es dann fast ein Jahr lang bei diesem einen Teilnehmer.

Ich war gerade kurz davor, den Kurs wieder einzustellen. Da wurde ich von meinem eigenen Yogalehrer auf die Idee gebracht, den Kurs einfach umzubenennen in „Yoga am Morgen“. Und siehe da: Es kamen nach und nach immer mehr Teilnehmer dazu, merkwürdigerweise eine Reihe von Senioren — wie sich dann herausstellte, wollten die Senioren einfach kein Senioren-Yoga machen. Sie dachten alle, sie wären doch noch nicht so alt für sowas. Der Kurs wächst nun ständig und wird vom Alter her immer gemischter.

Doris I Hatha Yoga Meditativ

Zusammenfassung

Dein Yoga-Portfolio ist für den Erfolg deines Studios ausschlaggebend. Du solltest dir also die Zeit nehmen und dir gut überlegen, was dein Angebot beinhalten sollte, damit du den Erwartungen deiner Kunden gerecht wirst. Sobald du für dich im Klaren bist, wie dein Yoga-Portfolio aussehen wird, kannst du mithilfe von FitogramPro deinen Kursplan erstellen und deine Kunden und Produkte verwalten.

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