Wähle den optimalen Standort für dein Yogastudio

Den richtigen Standort für dein Yogastudio zu wählen, ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um erfolgreich Yogakurse zu veranstalten.

Mittwoch,   |   Geschätzte Lesedauer: 7 Minuten

Den richtigen Standort für dein Yogastudio zu wählen, ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um erfolgreich Yogakurse zu veranstalten. Wenn du ein Yogastudio in einer Region eröffnest, in welcher bereits mehrere andere Wettbewerber präsent sind, wirst du auf erhebliche Schwierigkeiten bei der Neukundengewinnung stoßen. Darüber hinaus, ist die Atmosphäre in den Räumlichkeiten essenziell für das Wohlbefinden deiner Kunden und dir, sodass es auf keinen Fall unterschätzt werden sollte.

Es kann herausfordernd sein, den optimalen Standort für dein Yogastudio zu finden. Daher haben wir für dich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellt, die dir bei der Standortbestimmung hilft.

1. Recherchiere mittels Google Maps

Heute gibt es insbesondere in Großstädten so viele Yogaschulen, dass die meisten Teilnehmer die Möglichkeit haben, in ihren eigenen Stadtvierteln Yogakurse zu besuchen. In eher ländlichen Gebieten ist die Bereitschaft größer, längere Fahrtzeiten in Kauf zu nehmen. Faustregel: Die Zeit, um zum Yogastudio zu kommen, sollte bei allerhöchstens 30 Minuten liegen.

Um einen passenden Standort für dein Yogastudio zu finden, ist es hilfreich,  dir vorab ein Bild über die Lage in der Stadt oder Region zu verschaffen, in der du unterrichten möchtest. Nutze beispielsweise Google Maps, um anhand der Kombination der Suchbegriffe “Yogastudio” und dem Ort, wo du deine Kurse geben möchtest, herauszufinden, welche Anbieter es in der jeweiligen Region bereits gibt.

Aber nicht nur andere Yogastudios können die gleiche Teilnehmerzielgruppe im Blick haben, sondern auch Pilates- und manche Fitnessstudios. Entsprechende Angebote in der Nähe sollte man sich vorab genauer ansehen. Die Ergebnisse dieser Recherche können auch bei der Marktanalyse für dein Yogastudio Gebrauch finden.

2. Setze Schwerpunkte und entdecke Nischen

Im zweiten Schritt bietet es sich an, das bestehende Angebot näher zu untersuchen. Wie viele Studios setzen in deinem Gebiet auf ähnliche Schwerpunkte? Das eigene Angebot sollte sich von den Kursen in der unmittelbaren Umgebung unterscheiden. Es ergäbe zum Beispiel wenig Sinn, die dritte Kundalini-Yogaschule in derselben Straße zu eröffnen. Wer aber zum Beispiel spezielle Schwangerenkurse geben möchte, kommt sich wahrscheinlich nicht mit eher sportlich orientierten Kursen ins Gehege. Es gilt dies vorab sorgsam zu prüfen. Ansonsten droht nach Kursstart eine böse Überraschung — wenn sich weniger Teilnehmer anmelden, als erhofft.

3. Besuche andere Yogakurse

Um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was einen Kurs besonders macht und wie man sich mit dem eigenen Unterrichtsstil abgrenzen möchte, kann man Kurse und Studios selbst besuchen. Es geht natürlich nicht darum, die Konkurrenz auszuspionieren, sondern einfach  sich darüber im Klaren zu sein, welches Angebot man selbst und welches das Nachbar-Yogastudio bietet. Die Mehrheit der Yogalehrenden findet es eher positiv, wenn ein Kollege oder eine Kollegin einen anderen Kurs besucht und den Austausch sucht. Manchmal ergeben sich sogar Kooperationsmöglichkeiten.

Praxisbeispiel

Carmen von Ahimsa Yoga hat uns mitgeteilt, was sie bei der Wahl von dem Standort für ihr zweites Yogastudio falsch gemacht hat.

Nach einigen Jahren des Unterrichtens war mein Kundenstamm so groß geworden, dass ich beschloss, einen weiteren Raum anzumieten, um noch einen zusätzlichen Kurs/Woche zu geben. Dieser befand sich in einem anderen Stadtteil, sodass ich hoffte, weitere Kunden aus anderen Gegenden ansprechen zu können.

Auch nach einigen Monaten war der Kurs noch nicht einmal zur Hälfte ausgebucht. Daher beschloss ich, mir die anderen Yogaschulen in der Umgebung anzusehen. Dabei stellte sich heraus, dass es in derselben Straße noch 2 Yogaschulen mit ähnlichen Yogastilen gab und gegenüber noch ein Pilatesstudio. Alle boten mindestens dreimal pro Woche Kurse an, wohingegen ich nur einen Kurs pro Woche hatte. 

So musste ich schmerzlich lernen, dass es sinnvoll ist, sich andere Angebote vor der Anmietung anzusehen.

Dieses Beispiel verdeutlicht wie wichtig es ist, die oben genannten Schritte sorgfältig zu durchlaufen, um sich Zeit und Ressourcen zu ersparen.

4. Entscheide zwischen Untermiete, Miete oder Kauf

Ist das mögliche Gebiet einmal identifiziert, wo der Standort deines Yogastudios sein könnte, geht es auf die Suche nach den passenden Räumlichkeiten. Hierbei gilt es, zwischen zwei Möglichkeiten zu unterscheiden:

  1. – der stündlichen Untermiete von Räumen in anderen Institutionen
  2. – der Anmietung oder den Kauf von Räumen für ein eigenes Studio

Räume zur Untermiete

Für Yogalehrende, die Erfahrungen sammeln möchten, könnte es sich lohnen, zunächst Räumlichkeiten in der Untermiete zu nutzen. Es gibt viele Institutionen, die Gruppenräume temporär untervermieten. Hierzu gehören zum Beispiel Yogaschulen, Pilatesschulen, Arztpraxen, Kindergärten oder Ateliers.

Räume mieten oder kaufen

Möchte man ein Yogastudio mieten oder kaufen, kann man über die bekannten Immobilienplattformen suchen oder einen Makler beauftragen. In der Regel spricht es sich unter Yogalehrenden auch recht schnell herum, wenn ein Studio zum Verkauf steht. Die Anforderungen an die Räume sind hier noch umfangreicher als bei der Raumuntermiete.

5. Überlege deine Anforderungen

Der klassische Weg ist, im Internet auf diversen Immobilienplattformen, sowie Ebay Kleinanzeigen oder quoka nach passenden Räumlichkeiten Ausschau zu halten. Viele Institutionen, die Gruppenräume untervermieten, weisen auf der eigenen Homepage darauf hin. Hier lohnt sich eine Suche mit den Schlagwörtern “Gruppenraum mieten” kombiniert mit der Ortsangabe (“Gruppenraum mieten Köln”).

Hat man ein gutes Angebot gefunden, steht die Besichtigung vor Ort an. Das wichtigste Kriterium ist, dass man sich in einem Raum wohl fühlt – die Atmosphäre muss stimmen. Wichtige Kriterien zur Auswahl sind zudem:

  1. – Holzboden
  2. – Tageslicht, Fenster
  3. – Ruhe
  4. – Yoga-Equipment vorhanden
  5. – Parkplätze in der Umgebung
  6. – Verkehrsanbindung
  7. – Eigenes Wohlbefinden als Lehrender
  8. – Toiletten vorhanden
  9. – Notausgänge
  10. – Raum für Umkleiden
  11. – Raum für ein eigenes Büro
  12. – Möglichkeit Yoga-Equipment auszustellen, um es zu verkaufen.

Da es nicht ganz einfach ist Räume zu finden, die sich für ein Yogastudio eignen und die gleichzeitig noch bezahlbar sind, ist es gut sich vorab darauf einzustellen, dass die Suche längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Die Miete bzw. der Kaufpreis errechnet sich dann aus dem Preis je Quadratmeter.

Es kommt vor, dass ein Raum nicht alle Erwartungen erfüllt und man sollte sich genau überlegen, ob und welche Kompromisse man machen möchte. Fühlt man sich in einem Raum nicht wohl, sollte man ihn auf keinen Fall anmieten.

6. Berechne die gebrauchte Raumgröße

Es ist notwendig, sich ein klares Bild davon zu machen, wie viele Personen in dem jeweiligen Raum Yoga ausüben können. Probiere es selbst vor Ort aus und platziere die Matten im Raum. Ob man Yoga zum Beispiel im Kreis oder in Reihen praktiziert, hat einen Einfluss auf die mögliche Teilnehmerzahl. Und diese beeinflusst wiederum den Umsatz, den du pro Yoga-Einheit erzielen kannst. Bei der Berechnung sind wir von einer vollen Kursbelegung ausgegangen, welche wahrscheinlich nicht immer gegeben sein wird. 

Fazit: Je größer der Raum, desto größer der mögliche Verdienst. Allerdings sind dann auch Marketingmaßnahmen größer, um den Kurs zu füllen. Ist der Kurs zu groß, kann sich das negativ auf die Unterrichtsqualität auswirken.

Praxisbeispiel

  1. – Ein Raum, in dem maximal 9 Personen Yoga praktizieren können
  2. – Einnahmen pro Person/Stunde: 13 Euro
  3. – Maximale Einnahme pro Stunde: 8×13 (denn Du bist ja auch dabei) = 104 Euro
  4. – Raummiete: 45 Euro für 90 Minuten
  5. – Maximale Verdienstmöglichkeit: 59 Euro pro Unterrichtseinheit

7. Berücksichtige alle Kosten

Neben der Miete gibt es folgende weitere Kosten, die auf den Betreiber eines Yogastudios zukommen können und berücksichtigt werden sollten:

  1. – Mietnebenkosten für Heizung, Wasser und Strom
  2. – Reinigungskosten
  3. – Kosten für die Ausstattung und Einrichtung der Räume
  4. – Eventuelle Kosten für Makler, die bei der Studiosuche unterstützen
  5. – Eventuelle Kosten für Umbauten. Hier ist insbesondere zu prüfen, ob der Mietvertrag eine Rückbauklausel enthält, um zu vermeiden, dass beim Auszug Kosten für einen evtl. Rückbau entstehen können.

Im eigenen Studio gibt es zwei Möglichkeiten, um Umsatz zu erzielen: Zum einen über die Einnahmen der Kurse. Zum Anderen über die Untervermietung von Räumen, was für dich eine weitere feste Einnahmequelle ermöglicht. Hierbei ist es wichtig, dass die Kurse der Untervermietung nicht dasselbe anbieten, wie die eigenen.

Zusammenfassung

Wie du siehst, kann es ziemlich lange dauern, den optimalen Standort für dein Yogastudio zu finden. Trotzdem ist dieser Prozess extrem wichtig, weil der Standort mehrere Aspekte deines Geschäfts beeinflusst, wie beispielsweise den lokalen Wettbewerb, deine Kosten und potenzielle Umsätze. Wir hoffen, dass es dir anhand dieser Anleitung gelingt, den passenden Standort für dein Yogastudio zu wählen. Viel Erfolg!

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