Marktanalyse für Yogastudio richtig durchführen

Jeder, der anfängt nebenberuflich als Yogalehrer oder als hauptberuflicher Yogalehrer tätig zu sein, kennt es: Man ist begeistert davon, sein in der Yogalehrer Ausbildung erworbenes Wissen praktisch umzusetzen und fängt an…

Freitag,   |   Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Jeder, der anfängt nebenberuflich als Yogalehrer oder als hauptberuflicher Yogalehrer tätig zu sein, kennt es: Man ist begeistert davon, sein in der Yogalehrer Ausbildung erworbenes Wissen praktisch umzusetzen und fängt an Yogakurse selbstständig anzubieten. Doch egal wie motiviert und inspiriert man ist: Wenn die Vorbereitungen unzureichend sind, wird es häufig dem Zufall überlassen, ob ein Yogakurs gut besucht wird oder nicht.

Dann kann es z.B. dazu kommen, dass man in einem sehr schönen Raum kreative und achtsam vorbereitete Kurse gibt und trotzdem wenige Teilnehmer erscheinen. Irgendwann stellt man vielleicht fest, dass es in der Umgebung einen ähnlichen Yogakurs zur selben Zeit gibt, der schon seit Jahren etabliert ist. Oder dass andere Yogaschulen in der Nähe Teilnehmern mehr Flexibilität durch Yogastunden an verschiedenen Wochentagen bieten.

Daher empfehlen wir eine ausgiebige Marktanalyse durchzuführen, um dich vor ungeahnten Überraschungen zu bewahren und deinem Yogastudio bessere Chancen zu geben.

Die Marktanalyse für dein Yogastudio

In der Marktanalyse überprüfst du das Yoga-Angebot in deiner Umgebung, damit du deine Kurse besser planst. 

  1. Welche Yogarichtungen werden unterrichtet?
  2. – An welchen Wochentagen findet Unterricht statt?
  3. – Zu welchen Tageszeiten findet Unterricht statt?
  4. – Zu welchen Preisen kann man an den Kursen teilnehmen?
  5. – Gibt es Angebote für besondere Zielgruppen?

Unsere detaillierte Anleitung für die Umfeldanalyse mit der dazugehörigen Tabelle wird dir dabei helfen, die gewonnen Informationen zu sammeln und zu verwerten. Was du herausfindest, trägst du in unsere Datei “Angebotsanalyse Yoga” ein.

Durch die Marktanalyse kannst du herausfinden, wo du mit deinem Yoga-Angebot stehst, ob die Preise in deinem Yogastudio angemessen sind und ob du Veränderungen in deiner Kursplanung vornehmen solltest. Zudem macht es unsere Tabelle leicht, ein komplett neues und individuelles Angebot für deine Kunden zu entwickeln.

Unser Tipp – Mut zur Lücke: Es wird nicht möglich sein, für jede Yogaschule jede Frage genau zu beantworten, weil einfach nicht alle Informationen herauszufinden sind. Wenn du die Antwort auf eine Frage nicht finden solltest, lass sie einfach weg.

Tabelle für Angebotsanalyse herunterladen

Fiktives Beispiel für Angebotsanalyse herunterladen

Marktanalyse für Yogastudios

Schritt-für-Schritt Anleitung für die Marktanalyse für dein Yogastudio

1. Auswahl der zu analysierenden Yoga-Angebote

Finde heraus, welche Yogaschulen es in einem Umkreis von 5-15 km gibt (in Städten ca. 5 km, in kleineren Orten ca. 10-15 km). Auch Fitness- und Pilatesstudios können eine Alternative für deine möglichen Yogaschüler sein. Der Radius der Recherche stellt das angenommene Einzugsgebiet deines Yogastudios dar. Um eine umfassende Idee vom Angebot anderer Yogalehrender zu erhalten, solltest deine Recherche mindestens 15 Schulen umfassen. Im besten Fall beinhaltet deine Analyse alle Yogaschulen in deinem definierten Umkreis. Um alle Studios in deiner Umgebung zu finden, kannst du auf verschiedenen Seiten recherchieren:

  1. – Nutze Suchmaschinen wie Google, um nach Yoga-Angeboten in der Nähe zu suchen.
  2. – Immer mehr Yogalehrer bieten ihre Kurse bei Anbietern wie dem Urban Sports Club an. Auch hier kannst du nach Yogakursen in deiner Stadt suchen.
  3. – Suche in Zeitungen, Telefonbüchern oder bei deiner Gemeinde nach Angeboten.

Trage die Namen der Studios oder Yogalehrer in Spalte A der Tabelle ein.

2. Trage die wichtigsten Informationen zusammen

Der schnellste Weg, sich zu informieren, ist die Nutzung des Internets. Hier findest du meist die wichtigsten Informationen wie Preise, Kurse, zusätzliche Angeboten, Anzahl der Trainer (…). Du kannst Yogakurse anderer Studios auch selbst besuchen, um herauszufinden, was eine Yogastunde besonders macht und wie du dich mit deinem eigenen Unterrichtsstil abgrenzen kannst. So bekommst du auch ein Gespür dafür, welche Kurskonzepte besonders gut funktionieren und welche die besten Kurszeiten für Yogakurse sind.

Es geht nicht darum, die Konkurrenz auszuspionieren, sondern sich bewusst zu sein, welches Angebot man selbst und welches das Nachbar-Yogastudio bietet. Die Mehrheit der Yogalehrenden findet es durchaus positiv, wenn ein Kollege oder eine Kollegin den Austausch sucht. Manchmal ergeben sich sogar Kooperationsmöglichkeiten.

Deine Erkenntnisse über die Yogastudios in der Nähe trägst du in die jeweiligen Felder der Marktanalyse ein. Falls du ein Vergleichskriterium vermisst, kannst du dieses natürlich zu der Tabelle hinzufügen.

3. Füge deine Yogastunden hinzu (falls du bereits Yogakurse anbietest)

Um festzustellen, wo du mit deinem eigenen Angebot im Vergleich zu den anderen Yogaschulen stehst, trage nun die Antworten auf alle Fragen für deine eigene Yogaschule in Zeile 5 der Tabelle ein. Ansonsten kannst du diese Zeile verwenden, um deine Ideen für deine Yogakurse zu notieren.

4. Auswertung der Informationen

Nachdem du die verschiedenen Angebote recherchiert und zusammengetragen hast, gilt es diese Informationen auszuwerten. Folgende Fragen können hierbei hilfreich sein:

  1. Wie oft werden die selben Angebote gemacht?
  2. – Gibt es in meinem Umkreis Schwerpunkte?
  3. – Wer unterrichtet die selbe Yogarichtung wie ich?
  4. – An welchen Wochentagen/zu welchen Uhrzeiten gibt es bisher keine Kurse?
  5. – Wie sieht die Preisspanne für Yogaunterricht aus?
  6. – Für welche Zielgruppen gibt es spezielle Kurse?
  7. – Welche Kurse sind besonders gut besucht?

Je nachdem wie die Antworten aussehen, weißt du, ob du mit deinem Angebot richtig liegst oder auch nicht. Solltest du z.B. herausfinden, dass es in nächster Nähe bereits einige Kurse für Schwangerenyoga gibt, ist es wahrscheinlich nicht sinnvoll dies auch anzubieten. Außer natürlich dein Gebiet ist besonders familienfreundlich und die Kurse sind dementsprechend überfüllt. 

Wenn du feststellst, dass es in deinem Umfeld keine Kurse mit deiner oder einer ähnlichen Yogarichtung gibt, hast du wahrscheinlich den richtigen Standort für dein Yogastudio gewählt. Vielleicht bemerkst du, dass es an einem bestimmten Wochentag noch keine Kurse gibt – dann könnte es sinnvoll sein, an diesem Tag einen Kurs zu starten. Hier solltest du stets alle Einflussfaktoren berücksichtigen.

Authentizität ist alles

Das Angebot in deinem Umfeld zu kennen, ist wichtig, um dich entsprechend davon abheben zu können. Doch das ist nicht alles. Egal, was du anbietest, dein Yogaunterricht muss in erster Linie authentisch zu dir passen. Yogaschüler merken es sehr schnell, wenn du nicht mit dem Herzen dabei bist. Also nutze die Auswertung, um ein für dich und deine Schüler passendes Angebot zu kreieren, aber verbiege dich nicht. 

In unserem Yogahandbuch findest du weitere Tipps und Infos zur Planung deiner Yogakurse. Und wenn du mehr Zeit für deine Kunden haben möchtest und weniger Zeit für Administration und Verwaltung investieren möchtest, dann schau dir doch mal unsere Software FitogramPro an! 🙂

Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Kursorganisation und bereichernde Yogastunden für deine Schüler und dich.

Verfasst von: Carmen Kegler, Ahimsa Yoga

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