Ramona Scheiding: "Für mich ist es wichtig, authentisch zu sein"

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Freitag,   |   Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Ramona ist Yogalehrerin in Jena

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Liebe Ramona, stelle Dich doch bitte kurz vor

Mein Name ist Ramona Scheiding. Ich lebe mit meinem achtjährigen Sohn Max und meinem Mann Andrew in Jena. Hauptberuflich arbeite ich im Marketing und seit anderthalb Jahren unterrichte ich nebenberuflich Yoga.

 

Wann und warum hast Du den Entschluss gefasst, Yogalehrerin zu werden?

Mich begleitet Yoga bereits seit mehr als 15 Jahren. Meine Praxis hat sich über die Jahre sehr verändert. Die Vielseitigkeit, die der Yoga-Weg bietet, hat mich schon immer fasziniert.
Und diese „Alltagstauglichkeit“ beziehungsweise wie viel mehr Tiefe unser Alltag durch eine Yogapraxis gewinnen kann, das wollte ich weitergeben. Ich habe mich dann für eine 4-jährige BDY-Ausbildung entschieden und werde jetzt im März fertig.

 

Worauf würdest Du als Yogalehrerin im Alltag gerne weniger Zeit verwenden müssen?

Alles was mit den Ämtern zu tun hat, empfinde ich schon als sehr anstrengend. Aber das gehört zur Selbständigkeit eben dazu. Da ich mich vorläufig für das nebenberufliche Unterrichten entschieden habe, fühle ich mich schon hin und hergerissen zwischen meinem Job, dem Unterrichten und natürlich auch noch Zeit für mich, meine Familie und Freunde zu haben.
 

Mit dem Thema “Geld” tun sich manche LehrerInnen immer noch schwer. Ist es nicht völlig normal, dass man mit Yogaunterricht Geld verdienen und damit den Lebensunterhalt bestreiten kann?

Auf jeden Fall. Aber als ich darüber nachdachte, wie ich meine Kurse kalkuliere, fand ich es schon herausfordernd, für mich zu entscheiden, was ein angemessenes Honorar ist. Inzwischen fühle ich mich mit dem Thema wohler.
Da ich fürs Yoga unterrichten ja in meinem Hauptberuf die Stunden reduziert habe, ist es wichtig für mich, dass ich dies finanziell einigermaßen ausgleichen kann. Ich denke, hier muss jeder für sich auch zwischen der eigenen Praxis und der beruflichen Existenz unterscheiden.
Es gibt ja auch darüberhinaus ausreichend Möglichkeiten, sich gemeinnützig zu engagieren. Aber zum gesund und ausgeglichen sein gehört für mich auch, angemessen bezahlt zu werden. Da sind wir als LehrerInnen sozusagen in der Pflicht, gut für uns selbst zu sorgen.

 

Viele Interessierte suchen mittlerweile online nach einer Yogaschule, ohne eine eigene Website geht es eigentlich nicht mehr. Macht die fortschreitende Digitalisierung das Leben als Yogalehrerin leichter oder schwerer?

Ich persönlich bin schon durch meine Arbeit viel im Netz unterwegs. Ich empfinde es als Erleichterung, da ich ja auch viel Input durch die online Community bekommen kann, wenn ich das möchte. Ich recherchiere zum Beispiel Begriffe, schaue mir Videos an, wie andere Lehrer Haltungen erklären oder lese verschiedene Blogs.
Ich blogge außerdem selbst gern, inzwischen aus Zeitmangel eher selten, aber ich bin auch in verschiedenen sozialen Netzwerken unterwegs. Für mich gehört das dazu.
Allerdings höre ich auch von vielen anderen Yogalehrenden, die sich damit sehr unwohl fühlen und auch noch keine Webseite haben. Allerdings gehört die Online-Darstellung für viele Menschen inzwischen dazu, um sich von der Seriosität eines Anbieters zu überzeugen. Mir geht es selbst auch so.
 

Yoga ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und viele Fitnessstudios bieten mittlerweile Yogakurse an. Wie siehst Du diese Entwicklung?

Ich glaube, dass Yogakurse im Fitnessstudio für viele Menschen eine gute Möglichkeit sind, um mit Yoga erstmals in Kontakt zu kommen. Ein niedrigschwelliger Einstieg sozusagen.
Und der/die eine oder andere sucht dann vielleicht später nach einem Angebot außerhalb. Langfristig wird sich da auch die Spreu vom Weizen trennen, wie man so schön sagt, und sich herausstellen, ob es ein Hype war oder ob dieser Trend bleibt.
 

Wie hilft Dir Yoga im alltäglichen Leben?

Meine Tage sind ziemlich verplant, aber ich stehe extra eher auf, um früh Zeit für eine kurze Praxis zu haben. Vor allem aber nehme ich mir Zeit, um zur Ruhe zu kommen.
Das verankert mich, ich kann wahrnehmen, was gerade meine Themen sind und wie es mir geht. Durch Yoga habe ich über die Jahre auch meinen eigenen spirituellen Zugang gefunden, der mir im Alltag hilft, mich aufs Wesentliche zu konzentrieren.

 

Wie wichtig ist es, ein gutes, persönliches Verhältnis zu den Schülern und Schülerinnen zu haben und wie erreicht man es?

Für mich ist es wichtig, in der eigenen Lehrerpersönlichkeit authentisch zu sein. Und ich denke, das ist die Grundlage für ein gutes, persönliches Verhältnis zu meinen TeilnehmerInnen. Ich gehe auf sie zu, versuche ihnen Ängste zu nehmen, wie zum Beispiel nicht beweglich genug zu sein.
Ich kümmere mich um sie, während sie bei mir in der Stunde sind, damit sie sich sicher fühlen und entspannen können. Das ist, glaube ich, mein persönlicher Stil. Wo wir wieder bei Authentizität wären. Das passt nicht für jede/n TeilnehmerIn. Und deswegen empfehle ich auch gerne meine Kolleginnen.

Worin liegt Deiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen Yoga im Fitnessstudio und Yoga in einer Yogaschule?

Ich habe noch nie Yoga in einem Fitnessstudio gemacht oder unterrichtet. Aber alleine die Tatsache, dass energetisch im Fitnessstudio anders „gearbeitet“ wird, lässt mich vermuten, dass es unruhiger ist, der Fokus sehr körperbetont und kraftvoll.
Die Umgebung ist anders, meistens kann ja auch jeder zuschauen. Ich finde es einfach ein ganz anderes Erlebnis, wenn ich in eine Yogaschule gehe.
Ich denke, der größte Unterschied ist der Fokus nach außen im Fitnessstudio, während Yoga selbst ja erst interessant wird, wenn wir mit dem Fokus nach innen arbeiten.

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